Schule für Naturheilkunde
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Berufsbilder Heilpraktiker*in & Sektorale HPPs


Welcher Unterschied besteht zwischen Heilpraktiker*innen und ihren sektoralen Kolleg*innen?

Sektorale Heilpraktiker*innen (Psychotherapie oder Physiotherapie) grenzen sich dadurch von Voll-Heilpraktiker*innen ab, dass ihre Tätigkeitsfelder eingeschränkt sind.
Heilpraktiker*innen für Psychotherapie dürfen ausschließlich psychotherapeutisch tätig werden, Heilpraktiker*innen für Physiotherapie nur physiotherapeutisch.

Für die drei Berufe gibt es unterschiedliche Prüfungsordnungen (s. Informationsblätter als .pdf).

Sektoralen Heilpraktiker*innen wird empfohlen, die Berufsbezeichnung „Heilpraktiker*in beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie / Physiotherapie“ zu nutzen. Die sektorale Erlaubnis berechtigt nicht zur Führung der Berufsbezeichnung „Heilpraktiker*in“ ohne den Einschränkungszusatz!

Alle nachstehenden Informationen sind auf Voll-Heilpraktiker*innen bezogen. Für sektorale Heilpraktiker*innen gilt das gleichermaßen mit der entsprechenden Beschränkung auf ihr jeweils erlaubtes Tätigkeitsfeld.


Was sind Heilpraktiker*innen?

Es gibt zwei Berufsgruppen in Deutschland, die Menschen mit körperlichen und/oder seelischen Leiden behandeln dürfen: Ärztinnen und Ärzte sowie Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker.

Ärztinnen und Ärzte arbeiten eher mit dem Fokus auf Krankheitssymptomen. Heilpraktiker*innen behandeln mit ganzheitlichem Ansatz und sind Expert*innen auf dem Gebiet der alternativen Heilkunde.
Sie genießen innerhalb des gesetzlichen Rahmens dabei weitgehende Therapiefreiheit.

Heilpraktiker*innen üben ihren Beruf zumeist eigenverantwortlich, manchmal auch im Angestelltenverhältnis, aus.
Die Rechtsgrundlage findet sich im deutschen Heilpraktikergesetz (von 1939). Es ermöglicht die "Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung", d.h. ohne Approbation als Ärztin/Arzt oder Psychotherapeut*in.

Die Ausübung der Heilkunde in Deutschland bedarf der staatlichen Erlaubnis. Um diese zu erhalten und sich Heilpraktiker*in nennen zu dürfen, muss die amtsärztliche Überprüfung beim Gesundheitsamt (Heilpraktikerprüfung) bestanden werden.

Heilpraktiker*innen zählen zu den freien Berufen im Sinne des Einkommensteuergesetzes.


Wie üben Heilpraktiker*innen ihren Beruf aus?

Heilpraktiker*innen betrachten und behandeln ihre Patient*innen ganzheitlich, also Körper, Geist und Seele als Gesamtsystem. Sie diagnostizieren Krankheiten und Leiden und behandeln diese auf naturheilkundliche und psychotherapeutische Art und Weise im gesetzlichen Rahmen.
Dabei geht es vor Allem um die Entdeckung ursprünglicher Ursachen einer Erkrankung oder eines Leidens als Grundlage für eine nachhaltige Heilung oder Entwicklung.
Heilpraktiker*innen begleiten Patient*innen auf ihrem individuellen Weg zur Heilung sowohl auf der körperlichen als auch auf der seelisch-geistigen Ebene.

Die Basis für die Arbeit der Heilpraktikerin und des Heilpraktikers bilden die grundlegenden schulmedizinischen Kenntnisse, naturheilkundliches Wissen sowie die Expertise zu alternativmedizinischen Therapieformen und/oder zu psychotherapeutischen Methoden.

Die alternative Heilkunde umfasst Therapieverfahren aus der Naturheilkunde und Alternativmedizin z.B. Homöopathie, Phytotherapie, Ernährungstherapie oder Ausleitungsverfahren.
Auf psychischer Ebene finden sich Methoden der Psychotherapie, wie z.B. Kognitive Verhaltenstherapie, Gesprächspsychotherapie, Systemik oder Traumatherapie.

Neben der Patientenbehandlung müssen auch Verwaltung und Organisation erledigt werden. Es gilt z.B. Rechnungen zu schreiben, Behandlungen in der Patientenakte zu dokumentieren oder die Buchhaltung zu führen.

Heilpraktiker*innen obliegen zudem diverse Pflichten im Beruf, wie z.B. Schweigepflicht, Aufklärungspflicht ggü. Patient*innen, Dokumentations- und Aufbewahrungspflicht, Sorgfaltspflicht und Fortbildungspflicht.

Sie ergänzen mit ihrer Arbeit das schulmedizinische Angebot um wichtige naturheilkundliche Therapien und erweitern die verfügbaren Kapazitäten für die Behandlung körperlicher und psychischer Leiden.


Welchen Beschränkungen unterliegen Heilpraktiker*innen?

Die Befugnisse von Heilprakikerinnen und Heilpraktikern sind durch verschiedene Gesetze und Verordnungen gegenüber denen der Ärztin / des Arztes oder der Psychotherapeut*innen eingeschränkt.

Auszug aus den Einschränkungen & gesetzlichen Verboten:

  • Verordnung verschreibungspflichtiger Medikamente oder Betäubungsmittel
  • Behandlung von Infektionskrankheiten z.B. Cholera, Masern, Diphtherie oder Virushepatitis
  • Behandlung bei meldepflichtigen Krankheiten
  • Geburtshilfe
  • Untersuchung von Straftaten
  • Feststellung des Todes
  • Führung geschützter Berufsbezeichnungen wie z.B. Ärztin/Arzt oder Psychotherapeut*in
  • Abrechnung mit gesetzlichen Krankenkassen

Als fester Bestandteil der Ausbildungen „Heilpraktiker*in“ und „Heilpraktiker*in (Psychotherapie)“ werden die Einschränkungen im Themenblock zur Gesetzeskunde in der Lebensblüte gelehrt.


Wie läuft die heilpraktische Diagnose und Behandlung ab?

Jede Patientenbehandlung beginnt mit der sogenannten Anamnese. Sie bildet die Bestandsaufnahme zu Krankengeschichte und Gesundheitszustand und beinhaltet die Abfrage von Beschwerden, Symptomen, Vorerkrankungen Lebensumständen und Anderem.
Falls nötig werden ergänzende Untersuchungen durchgeführt oder veranlasst, z.B. ggf. Abklopfen, Abhören oder Blutuntersuchungen.
Aus der Anamnese ergibt sich die Befunderhebung und nachfolgend die Diagnose. Auf Basis der Diagnose kann dann eine individuelle Therapie entwickelt und durchgeführt werden.

Sehr wichtig für den Erfolg der Behandlung sind der stets achtsame Umgang mit Patient*innen, die kommunikative Fähigkeiten und die therapeutische Haltung der Behandelnden.


Wo arbeiten Heilpraktiker*innen?

Heilpraktiker*innen können freiberuflich oder als Angestellte arbeiten

  • in der eigenen Einzelpraxis.
  • in Praxisgemeinschaften mit anderen Heilpraktiker*innen oder therapeutischen Berufen.
  • bei anderen Heilpraktiker*innen oder Physiotherapeut*innen.
  • bei Unternehmen.
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